In-house machen oder extern einkaufen?! | “In-house” vs. “Agentur” – Make or buy

Internes Marketing versus Agenturpartnerschaft

Sie lesen gerade unseren Blogbeitrag und gehen möglicherweise nun davon aus, dass ich der Überzeugung bin, “Agenturen” seien der wahre Schlüssel zum Erfolg und dass man nicht wirklich sein Marketing im eigenen Unternehmen selbst verwalten könne?

Nun, die Wahrheit ist: Sie können es! Wie überall gibt es zwei Seiten der Medaille und damit jeweils Vor- und Nachteile. Ich konnte bereits in beiden Arbeitsweisen Erfahrung sammeln und bin der Überzeugung, dass sich die Grenzen im Lauf der Zeit immer mehr verwischen werden. In unserer heutigen digitalen Landschaft definiert sich das Verhältnis zwischen Klienten und “Agenturen” zunehmend klarer.

In diesem Artikel möchte ich die Stärken und Schwächen beider Perspektiven beleuchten, damit Sie besser bestimmen können, wie Sie Ihre Geschäftsziele erreichen können.

Vorteile der “in-house” – Lösung

1. Größenvorteil

Größere Organisationen verwalten unter anderem meist eine große Website und entwickeln gleichzeitig viele verschiedene innerbetriebliche Projekte. Der Einsatz von einem internen Marketingteam, welches all diese Projekte in Angriff nimmt, ist eine kosteneffiziente Methode, um alle Projekte zu erledigen – ohne hierfür einen großes Kontingent an externer Agenturzeit einkalkulieren und anschließend bezahlen zu müssen.
Wenn Sie jedoch ein kleineres Unternehmen sind, so haben Sie in aller Regel wahrscheinlich nicht den gleichen Kostenvorteil; es hängt viel von der Größe Ihres Marketingteams und von der Menge an Arbeit ab, die erledigt werden muss – es ist ein ganz schöner Balance-Akt!

2. Branchenbewusstsein

Ihr internes Marketingteam ist mit Ihrem Unternehmen und mit allen betrieblichen Zusammenhängen bestens vertraut! Als Agentur müssen wir stets hart und kontinuierlich daran arbeiten, die Branche unserer Klienten und alles, was damit verbunden ist, zu verstehen.

Wir haben natürlich nicht so einen tiefen Einblick in das Unternehmen wie jemand, der voll und ganz mit dem Unternehmen vertraut ist und sich auf diese Branche konzentriert. Wenn Sie beispielsweise in der Industrie tätig sind, so haben Sie möglicherweise einen viel besseren Blick für das, was in diesem Wirtschaftszweig täglich geschieht, Sie sind damit also ein Brancheninsider.

3. Interne Prozesse

Interne Marketingmanager verstehen auch die internen Prozesse und sind vertraut mit der Organisationsstruktur eines Unternehmens – sie sind somit in der Lage, mit ihrer Expertise alle Aufgaben im Unternehmen effizient zu erledigen.

Schwächen im eigenen Haus

Der Inseleffekt

Eine der Schwächen des internen Marketingteams besteht darin, dass das Team eventuell mit den neuesten Änderungen in der digitalen Marketinglandschaft nicht in Kontakt kommen könnte. Die interne Isolation der Arbeit innerhalb des Unternehmens – oder sogar innerhalb einer Branche – kann es somit ziemlich schwierig gestalten, externe Entwicklungen im Auge zu behalten und am Puls der Zeit zu bleiben.

Eine andere Ausprägung von Schwäche, die ich als “Inseleffekt” bezeichne, ist der Mangel an Perspektive von außen. Einer der größten Vorteile in der Zusammenarbeit mit einer Agentur besteht darin, dass mehr Personen an einem Projekt beteiligt sind und sich gegenseitig inspirieren – mehr Gedanken, mehr Perspektiven sowie mehr Ideen!

Die Talent-Lücke

Die meisten Unternehmen stellen ihre Marketingmitarbeiter für spezialisierte Fähigkeiten ein. Es ist beinahe unmöglich, einen oder zwei Mitarbeiter zu finden, welche alle Aufgaben und Projekte in einer immer komplexer werdenden Marketinglandschaft übernehmen und bewältigen können. Die Mitarbeiter müssten quasi alles gleichzeitig sein, sie müssten Meister in den Bereichen Inhaltsentwicklung und Design sowie Markenentwicklung und Medieneinkauf sein. SEO, PPC, Forschung … Ich denke, Sie verstehen, was ich damit sagen will.

Agenturen verfügen über ein Team von spezialisierten Mitarbeitern, in dem ein jeder über einzigartige Fähigkeiten verfügt, die zu einer umfassenden Strategie und Lösung kombiniert werden können. Um ein vergleichbares internes Team zusammenzustellen, müssten Sie bis zu zehn oder zwölf Mitarbeiter mit unterschiedlichen spezialisierten Fähigkeiten einstellen – dies ist für viele kleine und mittlere Unternehmen kaum möglich.

Vorteile einer “Agentur”

Effizienz

Wenn Sie eine “Agentur” engagieren, so besteht der größte Vorteil in der Effizienz. Agenturen haben oft bereits zuvor ähnliche Strategien angewandt (Übung, Übung und nochmals Übung!) und kennen den effizientesten Weg von A nach B. Ein guter Agenturpartner konnte durch Übung und Erfahrung bereits herausfinden, welche Arbeitsprozesse sich gut und effizient in Ihrem Unternehmen umsetzen lassen werden und wird Ihnen somit gute und stimmige Ergebnisse liefern.

Erfahrung

Mit einer Agenturlösung können Sie die Erfahrung und das Wissen eines Personals nutzen, welches Marketing quasi lebt und atmet! Denken Sie stets daran, dass diese Mitarbeiter zu 100% auf die Erbringung der besten Marketinglösungen setzen; sie sind sozusagen „vor Ort am Start“ und am Puls der Zeit – Tag für Tag. Sie können also davon ausgehen, dass Agenturen in der Vergangenheit nicht nur ähnliche Projekte erfolgreich abschließen konnten, sondern auch das Herz – den Motor der Branche kennen und sich an ein ständig veränderndes Umfeld anpassen.

Zusammenarbeit

Vier Augen sehen sehr als zwei, der Verstand zweier Köpfe ist klüger als der eines Kopfes. Und zehn Köpfe sind klüger als zwei! Schwarm-Intelligenz – Agenturen verfügen über viele Mitarbeiter mit Erfahrung und Fachwissen in spezialisierten Disziplinen für digitales Marketing. Sie arbeiten als Team zusammen und entwickeln gemeinsam neue Ideen und Strategien.

Die Schwächen einer Agentur

Mangel an Branchenwissen

Die Hauptschwäche einer Agentur besteht darin, dass sie einfach nicht alles über jede Branche wissen kann. In den meisten Fällen stellt dies auch kein großes Problem dar, denn in der Regel reicht es meistens aus, das Ganze im Groben zu verstehen – um effektive Strategien zu entwickeln, welche sich auf Kundenprofile stützen, erst recht, wenn es um Marken geht, die sich am Verbraucher orientieren. Manche Branchen sind jedoch komplexer und in den komplexesten Branchen kann es durchaus auch vorteilhafter sein, spezialisiertes internes Personal mit entsprechender Expertise einzustellen, um sich voll auf die Navigation des Unternehmens zu konzentrieren.

Stündliche Kostenabrechnung

Rein aus Kostengründen betrachtet profitieren Unternehmen finanziell von der Zusammenarbeit mit einer Agentur, wenn sie z. B. genug Arbeit haben, um einen Partner mit Marketing zu beauftragen, aber beispielsweise nicht genug, um einen Mitarbeiterstab mit zwei oder drei Teammitgliedern zu beschäftigen, welche das Marketing intern bearbeiten.

Damit das funktioniert, muss der Arbeitsaufwand zum Stundensatz, oder wie in unserem Falle eine Produktbezogenen Abrechnung unter den Gesamtkosten liegen, die mit der Einstellung von internem Personal zur Durchführung der Arbeit verbunden sind. (Ich empfehle auf keinen Fall, hier nur allein die Kosten im Blick zu haben, es ist auch sehr wichtig, andere Punkte zu berücksichtigen, nämlich Arbeitsqualität, Motivation, Kreativität sowie administrative Hürden bei innerbetrieblichen Tätigkeiten)

Die große Frage ist: Ab wann ist es sinnvoll, den einen oder anderen Weg zu gehen?

Leider gibt es keine einfache Antwort und kein Patentrezept, da eine Entscheidung immer von Ihrer spezifischen Situation, Ihrem Budget und Ihren Bedürfnissen abhängig ist.

Sind Sie ein kleines oder mittleres Unternehmen, so ist es möglicherweise nicht sinnvoll, einen neuen Mitarbeiter intern einzustellen. Es ist wirklich wenig kosteneffizient, ein ganzes Team für Arbeiten einzustellen, die von einer Agentur erledigt werden könnten.

Bei größeren Organisationen hängt es davon ab, erst einmal qualifizierte und talentierte Mitarbeiter zu finden und einzustellen  – hingegen verfügt eine Agentur schon über die passenden und gut eingearbeiteten Mitarbeiter. Selbst für größere Unternehmen kann es also sehr sinnvoll sein, mit einem kleinen, internen Marketingteam zusammenzuarbeiten, welches die täglichen Abläufe selbst erledigt, aber kreatives Arbeiten, sowie Produktions- oder Strategieunternehmen an eine Agentur auslagert und delegiert und so die Fähigkeiten, über welche das Personal verfügt, optimal nutzt.

Fazit: Keine Lösung ist für jedes Unternehmen die richtige, ein Allheilmittel gibt es nicht. Doch die oben genannten Punkte können Ihnen hoffentlich zu einem guten Lösungsweg verhelfen, der am besten zu Ihren Zielen und Geschäftszielen passt.

Gründer & CEO von UEBERVIDEO

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